Warum es so wichtig ist, im Geschäft (und im Leben) man selbst zu sein

Roman Zelenka

Roman Zelenka

19. 1. 2019

Vor einiger Zeit blätterte ich in ein paar alten Ordnern mit Bildern und anderen Materialien von ZELENKA. Diese Erfahrung war für mich mit gemischten Gefühlen verbunden – insbesondere als ich sah, wie wir uns früher selbst darstellten.

Das Bild oben ist ein gutes Beispiel dafür.

Links auf dem Foto ist zu sehen, wie wir uns damals zeigen wollten. Mit Anzug und Krawatte. Mit künstlichem Lächeln. Mit Prag im Hintergrund (und es ist nicht die echte Stadt, sondern nur eine Kulisse, und ich komme nicht einmal aus Prag, sondern aus dem fast 3 Stunden entfernten Zlín). Das machten wir so, weil man uns eingetrichtert hatte, dass dies das „Erfolgsrezept“ sei, das alle verwenden.

Was das Bild rechts angeht – es ist schwer in Worte zu fassen, aber was ich dort sehe, erfüllt mich mit Kraft und Energie. Entspannt, ohne Anzug und Krawatte. Herzlich lachend, während ich zusammen mit meiner Schwester und anderen Kolleginnen und Kollegen daran arbeite, Menschen zu helfen. Das bin wirklich ich.

Als ich darüber nachdachte, wie unterschiedlich diese beiden Ansätze sind und wie viel glücklicher ich jetzt bin, fragte ich mich:

Warum tun das nicht mehr Menschen? Warum haben wir so viel Angst davor, authentisch zu sein, wenn es ums Geschäft geht?

Ich persönlich erinnere mich, dass meine Entscheidung, uns auf diese austauschbare Weise darzustellen, auf der Angst vor zwei Dingen basierte: keine neuen Kunden, Anbieter und Arbeitnehmer anzuziehen, und diejenigen zu verlieren, die wir bereits hatten.

Verstehen Sie mich nicht falsch – dies waren rationale Ängste und die Entscheidung, die Maske abzunehmen und authentisch zu sein, hatte Konsequenzen. Sobald wir aber die anfängliche Befangenheit überwunden hatten, verbesserte sich die Atmosphäre im Büro erheblich.

Mit anderen Worten: ja, es ist schwierig, und ja, es lohnt sich.

Um Ihnen eine bessere Vorstellung davon zu vermitteln, wovon ich spreche, sind hier noch ein paar mehr Beispiele für unseren Wandel.

Likes oder Liebe

Der erste Ausdruck bezieht sich auf unser Marketing in den sozialen Medien.

Als wir anfingen, soziale Medien für die Personalgewinnung zu nutzen, haben wir uns besonders bemüht, so viele Menschen wir möglich zu erreichen. Dies bedeutete: Jede Menge Posts, in denen stand, wie toll unser Team sei, wie großartig es sei, für uns zu arbeiten und so weiter. Man tappt in den sozialen Medien sehr leicht in diese Falle, wie ich sowohl bei meinen geschäftlichen als auch bei meinen privaten Accounts immer wieder feststelle.

Uns wurde klar, dass dies nicht der richtige Weg war, als die Menschen in unserem Unternehmen anmerkten, dass diese Art der Kommunikation nicht die Transparenz und Ehrlichkeit widerspiegelte, die in unserer Firma gelebt wird.

Außerdem bewarben sich zwar viele Menschen, aber nicht viele von ihnen passten wirklich zu uns, sodass es für unsere Personalabteilung schwieriger war, die richtigen Leute zu finden. Das ist nicht wirklich überraschend – das Bild, das wir gezeichnet hatten, zeigte nicht wirklich uns, und infolgedessen kamen viele Bewerber mit bestimmten unrealistischen Erwartungen zu uns.

Jetzt wird unser Ansatz gegenüber sozialen Medien zunehmend offener, ehrlicher und entspannter und wir sind zufrieden mit den Ergebnissen. Die Eignung der Bewerberinnen und Bewerber hat sich erheblich verbessert und die Menschen, die wir auswählen, fühlen sich hier von Anfang an wohler. Ich bin sehr dankbar, eine Beziehung zu meinen Mitarbeitern zu haben, die es ihnen erlaubt, mir ihre Gefühle mitzuteilen und auf deren Basis ich die richtigen Visionen für unseren gemeinsamen Weg entwickeln kann.

Dieser Prozess hat mich überzeugt, dass es nicht darum geht, die größte Anzahl an Menschen zu erreichen oder die meisten Likes zu bekommen. Es geht darum, authentisch zu sein und die richtigen Menschen von selbst auf sich zukommen zu lassen.

Der Weiße Wal (mit einem glücklicheren Ende)

Letztes Jahr war ich mit einer Herausforderung konfrontiert, die mir in meinem beruflichen Leben bislang noch nicht untergekommen war. Endlich hatten wir eine enge Zusammenarbeit mit einem Unternehmen begonnen, von der wir immer geträumt hatten. Es handelte sich um einen der größten Autohersteller der Welt (renommiert, ausgezeichnete Referenz, viele Aufträge). Nach einer Weile stellten wir jedoch fest, dass Arbeitsweise dieses Unternehmens nicht zu uns passte.

Wir standen also vor der Wahl, entweder unsere Arbeitsweise zu ändern – was kurz gesagt die Beziehung zu unseren Übersetzern geschädigt und zu einer Überarbeitung unserer Projektmanager geführt hätte – oder diesen „Traumkunden“ gehen zu lassen. Wir ließen ihn gehen. Ich will ehrlich sein: Es war eine der härtesten Entscheidungen, die ich je treffen musste. Aber mein Team stand hinter mir und das machte es leichter.

Statt dieses einen Kunden haben wir jetzt fünf kleinere, und in der Zusammenarbeit mit ihnen können wir wirklich wir selbst sein. Unser Verkaufsteam freut sich jedes Mal sehr, diese Kunden zu besuchen, weil sie sich natürlich verhalten und Offenheit und Transparenz an den Tag legen können. Die Projektmanager wissen, dass wir eine hohe Qualität garantieren können und unsere Übersetzer sind froh, interessante und besser bezahlte Aufträge zu bekommen.

Die wichtigste Lektion, die ich dabei gelernt habe, ist: Kein Kunde ist es wert, die eigenen Werte zu opfern – egal, wie renommiert oder wie groß er ist.

Sonnenaufgang statt Lichtschalter

Die Zuwendung zum authentischen Selbst und der damit verbundene Wandel passieren nicht über Nacht. Tatsächlich würde ich eine so schnelle Umstellung nicht einmal versuchen. Unser Wandel begann vor Jahren und er ist noch immer nicht abgeschlossen. Wir finden und diskutieren auch heute noch neue Möglichkeiten, um unsere Arbeitsweise anzupassen, um den gesamten Prozess für alle bedeutungsvoller zu machen.

Beginnen Sie mit kleinen Entscheidungen, diskutieren Sie sie mit Ihren Mitarbeitern und lassen Sie den Prozess im gesamten Unternehmen an Dynamik gewinnen. Je länger dieser Vorgang andauert, desto motivierter sind die Menschen, sich auch größeren Probleme zu stellen.

Ich muss ehrlich sagen, dass diese Reise viele Herausforderungen und Schwierigkeiten für mich umfasste. Das Verlassen der Komfortzone ist zwangsläufig erst einmal unangenehm. Mein Ratschlag lautet: Machen Sie sich auf diese Schwierigkeit gefasst und verlieren Sie nie Ihr Ziel aus den Augen. Denn das Licht am Ende dieses Tunnels ist tatsächlich sehr hell.

Lektionen für das Leben

Einer der befreiendsten Aspekte dieses Prozesses ist die Erkenntnis, dass wir alle Menschen sind und wir nicht perfekt sein müssen, solange wir aus unseren Fehlern lernen und das Gelernte bei unserem nächsten Schritt nach vorne anwenden.

Wenn wir authentischer sind, können wir andere auch besser unterstützen. Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Authentizität und wir alle haben der Welt etwas Einzigartiges zu bieten. Diese Unterschiede willkommen zu heißen und zu pflegen ermöglicht uns, die Einmaligkeit zu schaffen, mit der wir wirklich neue Wege beschreiten können.

Ich habe außerdem feststellt, dass es viel leichter wird, für andere Menschen da zu sein und sie dies auch spüren zu lassen, wenn man authentisch ist.

Jetzt, wo ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass die Lektionen, die ich gelernt habe, weit über die Übersetzungsindustrie oder sogar über die Geschäftswelt im Allgemeinen hinausgehen. Sie gelten für das alltägliche Leben, ganz egal, wer Sie sind.

Beim Marketing geht es darum, Folgendes auszudrücken: „Das bin ich. Das tue ich. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“

Echte Freude und Erfolg bei der Arbeit (und im Leben) basieren darauf, dass jeder Teil dieser Stellungnahme authentisch ist.

In diesem Artikel tue ich nichts anderes, als Ihnen gegenüber Marketing zu betreiben – auf authentische Weise.

Roman Zelenka

CEO

 

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