Moderne Übersetzungstechnologien

Michael Borkovec

Michael Borkovec

3. 10. 2017

Jene Zeiten, in denen mit Hilfe klassischer Texteditoren wie Word oder Pages übersetzt wurde, sind unwiderruflich vorüber. Modern arbeitende Übersetzungsagenturen nutzen heute eine vielfältige Anzahl an Technologien, die das Leben der Übersetzer, Kunden und Projektmanager erleichtern.

Jeder Kunde wünscht sich eine Übersetzung von hoher Qualität und innerhalb der Lieferfrist. Diese hat bei uns oberste Priorität, denn wir wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine termingerechte Lieferung ist. Dieses ist möglich, sofern auf den folgenden vier Pfeilern der modernen Technologien aufgebaut wird:

  1. CAT-Tools (computerunterstützte Übersetzungen)
  2. Machine Translation (maschinelle Übersetzung)
  3. CMS – Content Management System (Inhaltsverwaltungssystem)
  4. TMS – Translation Management System (Informationssysteme und Portale von Übersetzungsagenturen)

Bei ZELENKA sind wir davon überzeugt, dass die Verknüpfung dieser Technologien der Schlüssel zu einer effektiven Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Wir empfehlen Ihnen die ideale Lösung für Ihr Übersetzungsprojekt.

Sehen wir uns gemeinsam eine Zusammenfassung der Geschichte und den gegenwärtigen Stand der modernen Übersetzungstechnologien an.

 

1. CAT-Tools

Die überhaupt erste Software, die CAT-Tool (Computer-assisted Translation – computerunterstützte Übersetzung) genannt wurde, entstand vor fast 30 Jahren. Die Grundfunktion bildete die Fähigkeit übersetzte Text in einen Übersetzungsspeicher zu speichern und diese dem Übersetzer dann anzubieten, sofern eine Übereinstimmung mit dem zu übersetzenden Text bestand. Schon alleine diese Funktion ermöglichte eine merkliche Beschleunigung der Arbeit von Übersetzern. Die Entwicklung blieb jedoch nicht stehen.

Zu Beginn der neunziger Jahre wurden die CAT-Tools mit einer integrierten Terminologieliste ausgestattet, was schnell die Konsistenz von Übersetzungen erhöhte (bei der Verwendung von Terminologielisten werden alle spezifischen oder fachlichen Phrasen immer gleich übersetzt).

Zur Jahrtausendwende haben die CAT-Tools gelernt mit dem Internet zu arbeiten, was in der Praxis bedeutet, dass Übersetzer von überall aus an einer Übersetzung arbeiten können und ihre Arbeit direkt auf einem gesicherten Remote-Server abspeichern.

Gleichzeitig können mehrere an einem Projekt arbeiten, und das in Echtzeit. Die Serverlösung hat noch dazu den Vorteil, dass dem Übersetzer augenblicklich der Übersetzungsspeicher und die Terminologieliste des Kunden zur Verfügung steht, was vor allem bei großen Aufträgen von Bedeutung ist. Die Schnelligkeit der ganzen Übersetzung hat sich dadurch nochmals deutlich erhöht, genauso wie ihre Qualität.

Mit der Zeit erhielten die CAT-Tools weitere Funktionen, die aus ihnen praktisch unverzichtbare Hilfsmittel bei der effektiveren Gestaltung und Verwaltung von Übersetzungen gemacht haben. Eine dieser Funktionen ist beispielsweise die Qualitätskontrolle (QA – quality assurance), die den Übersetzer auf Fehler bei Zahlenangaben, Formatierung, Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung, Produkt- und Leistungsnamen, überflüssigen oder fehlenden Leerzeichen oder nicht übersetzten Texten aufmerksam macht.

Die daraus folgende Qualität der Übersetzungen ist dadurch auf ein neues Niveau gestiegen.

Die Entwickler der CAT-Tools arbeiten unaufhörlich an weiteren Ausbesserungen. Sie sorgen beispielswiese für eine übersichtlichere Benutzerschnittstelle und erweitern die unterstützten Dateienformate.

Unsere Übersetzer können mit 15 verschiedenen CAT-Tools arbeiten und wir empfehlen Ihnen somit jeweils das Tool, welches für Ihren Auftrag am geeignetsten ist. Dank der Auswahl des richtigen CAT-Tools werden Ihre Übersetzungen allgemein viel schneller, in Spitzenqualität und zu wesentlich niedrigeren Kosten ausgefertigt.

Obwohl CAT-Tools ein hervorragendes Hilfsmittel für Übersetzer darstellen, kommt für einige Aufträge eher die Technologie der Machine Translation (MT) – deutsch „maschinelle Übersetzung“ in Frage.

 

2. Machine Translations (MT):

Im Gegensatz zu CAT-Tools, die selber nichts übersetzen, dem Übersetzer während der Arbeit jedoch als nützliches Hilfsmittel dienen, übersetzen Machine Translations direkt. Ein auf diese Weise maschinenübersetzter Text wird anschließend von einem menschlichen Übersetzer kontrolliert und ausgebessert. Dieses ist vor allem für sehr lange Texte, bei denen die Lesbarkeit oder die Einhaltung eines bestimmten Kommunikationsstils des Kunden nicht von großer Wichtigkeit ist, hilfreich.

Die aller ersten annähernd verwendbaren automatischen Übersetzungsprogramme erschienen auf dem Markt zu Beginn 90er Jahre. Diese funktionierten aufgrund von Programmierern, die mit Grammatikregeln und Wörterbüchern (sog. RBMT rule-based machine translation) ausgestattet wurden. Obwohl es sich um eine interessante Idee handelte, stellte sich bald heraus, dass die damalige Technologie für eine Maschinenübersetzung von hoher Qualität noch nicht ausreichend war. Die daraus resultierende Qualität, der auf diese Weise übersetzten Texte, war eher trist und in vielen Fällen war es überhaupt nicht möglich sich in dem Text zu orientieren.

Ein weiterer Vorläufer von Maschinenübersetzungen waren sogenannte SMT statistical machine translation, die einen statistischen Ansatz für automatische Übersetzungen nutzten. Einzelne Sätze (Wortstellung) wurden aufgrund einer Wahrscheinlichkeit der Aufteilung der einzelnen Wörter in dem Satz erstellt – die Basis dafür war die statistische Textanalyse der gegebenen Sprache. Die Übersetzung war letztendlich nicht sehr genau, der Text wirkte jedoch viel natürlicher als im Falle der RBMT. Der nächste logische Schritt war demnach die beiden Ansätze miteinander zu verknüpfen – RBMT und SMT, die die automatischen Übersetzer um ein ganzes Stück vorangebracht haben.

Die größte Innovation im Bereich der maschinellen Übersetzung spielte sich jedoch innerhalb der vergangenen Jahre ab.

Einige der automatischen Übersetzer haben damit begonnen, einen Algorithmus zu verwenden, der auf neuronalen Netzen aufgebaut ist. Der Algorithmus ahmt das menschliche Gehirn nach. Er lernt und versucht Wörter im gesamten Kontext des Satzes zu analysieren. Er vergleicht gleichzeitig auch die Ähnlichkeit der einzelnen Wörter und Phrasen. Das Ergebnis sind viel komplexere Maschinenübersetzungen, als es sie je zuvor gegeben hat. Vor uns liegt derzeit noch ein weiter Weg in der Entwicklung von Maschinenübersetzungen und dieser kann noch lange nicht menschliche Übersetzungen mit dem Sinn für Kontext, Grammatikregeln und perfekte Fachkenntnisse ersetzen.

Bei uns erledigen wir noch keine Übersetzungsaufträge durch Maschinenübersetzungen. Sofern sich diese Technologie jedoch in Zukunft weiter entwickeln sollte, schließen wir deren Hilfe bei Übersetzungen nicht aus. Es muss jedoch auch Sinn aus Sicht der Qualität machen. Bei dieser beabsichtigen wir nämlich nicht nachzugeben.

 

3. CMS - Content Management System

Aus Sicht der Arbeit von Übersetzern und Übersetzungsagenturen, werden Inhaltsverwaltungssysteme etwas vernachlässigt. Dabei ist es gerade CMS, das Struktur und Ordnung in die Arbeit aller digitalen Inhalte, demnach also auch Übersetzung, bringt.

CMS funktioniert für gewöhnlich auf dem Prinzip einer Computerapplikation oder direkt online mit einer Webschnittstelle, über die die Benutzer bequem den digitalen Inhalt verwalten können (Webdokumentation, Marketingtexte, Produktanleitungen u. ä.). Kurzum, es handelt sich um ein einheitliches System für die Verwaltung von Texten und weiterem digitalen Inhalt.

Gerade durch CMS werden heute die meisten übersetzten Texte ins Web hochgeladen und es ist daher ein Vorteil, wenn der Kunde eines der vielen CMS verwendet. Er vereinfacht sich dadurch merklich die Arbeit, verglichen mit der Vergangenheit, als Texte noch direkt in den Quellcode der Websites eingefügt werden mussten.

Auch die Inhaltsverwaltungssysteme haben bereits eine starke Entwicklung durchgemacht, die bis heute anhält. Als bedeutenden Meilenstein können wir beispielsweise die Einführung des Modells DITA (Darwin Information Typing Architecture) nennen – dieser definiert die Grundregeln für die Struktur der erzeugten Dokumente.

In der Praxis bedeutet dies, dass der Autor in CMS einen Text schreibt (über ein Produkt, oder eine Leistung), er diesen auf der Website veröffentlichen und gleichzeitig aus dem gleichen eine Anleitung erstellen kann. Es ist daher nicht notwendig den gleichen Text zwei Mal zu schreiben und gleichzeitig wird dadurch die Konsistenz aller Firmentexte erhöht. Sobald es dann zu einer Aktualisierung des Textes kommt, genügt es, die Änderung einmal durchzuführen.

Sofern Sie an näheren Details zu CMS interessiert sind, kontaktieren Sie uns, gerne besprechen wir alles mit Ihnen.

 

4. TMS – Translation Management System – Informationssysteme und Portale von Übersetzungsagenturen

Informationsportale von Übersetzungsagenturen (TMS) bilden den Grundpfeiler einer effektiv funktionierenden Übersetzungsagentur. Zu Beginn deren Entwicklung enthielten diese vor allem Datenbanken von Kunden und Übersetzern. Mit der Zeit wurde aus ihnen jedoch viel mehr. Es wurden neue Funktionen wie zum Beispiel die Rechnungsstellung, verschiedene Statistiken, die Möglichkeit ein Preisangebot zu erstellen und die Reklamationssteuerung eingebaut.

Und genauso wie die oben erwähnten Technologien, fanden sich auch Informationssysteme in der Onlinewelt wieder. Kunden und Lieferanten können diese zu jeder Zeit und von überall aus betreten und mit der Übersetzungsagentur in Echtzeit zusammenarbeiten. Dieses vereinfacht und beschleunigt den gesamten Übersetzungsprozess merklich.

Gegenwärtig könnte man sogar behaupten, dass sich Informationssysteme und Portale nicht mehr weiterentwickeln können (sofern wir von deren Schnelligkeit und Übersichtlichkeit des Benutzerumfelds absehen). Ein logischer Schritt in der Entwicklung der Übersetzungstools wäre daher deren die Verknüpfung in eine einzige Plattform.

Eine komplexe Verknüpfung aller oben genannten Teile sähe dann beispielsweise so aus:

Der Autor erstellt einen Text in CMS, der mit dem Informationssystem der Übersetzungsagentur (TMS) verbunden ist. Dank der direkten Verbindung zu dem Übersetzungsspeicher und der Terminologieliste führt dieses System anschließend eine Analyse des Textes durch. Der Kunde erhält umgehend ein Preisangebot und, sobald er dieses bestätigt, kann der Übersetzer mit seiner Arbeit anfangen. Dadurch kann die Zeitverzögerung vor Beginn der Übersetzung deutlich reduziert werden.

Zusätzlich (sofern der Kunde dieses wünscht) kann diese Lösung auch mit automatischen Übersetzern verbunden werden, wodurch die Kosten merklich gesenkt werden.

Aufgrund der heutigen Entwicklung der modernen Technologien im Übersetzungsbereich, können wir vorhersagen, dass immer mehr Wert auf die Verknüpfung aller oben erwähnten Technologien gelegt werden wird. Dieses dürfte sich als harte Nuss herausstellen, da es auf dem Markt viele Arten von CAT-Tools, Inhaltsverwaltungssystemen (CMS) und Informationssystemen für Übersetzungsagenturen (TMS) gibt.

Und trotzdem glauben wir, dass gerade dies der Weg ist, den Übersetzungen in Zukunft nehmen werden. Wir sind bereit alles dafür zu tun, um hierbei den ordnungsgemäßen Anschluss zu finden.

 

Moderne Technologien bei Übersetzungen machen allen das Leben leichter

Bei ZELENKA verfolgen wir stets neue Trends und suchen nach Möglichkeiten, um unseren Kunden, aber auch Lieferanten und Projektmanagern, den ganzen Übersetzungsprozess einfacher und angenehmer zu gestalten. Moderne Technologien tragen deutlich dazu bei, da sie folgendes ermöglichen:

  1. Eine reibungslose Zusammenarbeit während der Erstellung und Bestätigung der Terminologie – der Kunde kann bestätigen, gegebenenfalls auch die Terminologie online erstellen, und das auch bei Aufträgen, die bereits in Arbeit sind.
  2. Auf Fragen von Übersetzern in Echtzeit antworten.
  3. Revisionen online durchführen, oder sogar augenblickliche Kontrollen bei Aufträgen, die bereits in Arbeit sind. Dies alles in einem benutzerfreundlichen Umfeld, auf das über jeden Webbrowser und von überall auf der Welt zugegriffen werden kann.
  4. Automatische Eingabe von zu übersetzenden Texten – das System analysiert automatisch den vom Kunden zur Verfügung gestellten Text, schickt eine Information über den Preis und den voraussichtlichen Liefertermin. Sofern notwendig, teilt er diesen automatisch einem Übersetzer zu und gibt diesen dann anschließend von alleine dem Kunden ab.
  5. Die Kosten durch die Verwendung eines eigenen automatischen Übersetzers (MT) merklich zu senken, der dank der Verbindung mit TMS und CAT (Übersetzungsspeichern und Terminologielisten) viel genauer ist und auch das Know-How des Kunden respektiert. Dadurch kommt es nicht zur Übergabe der Texte an dritte Personen und die Verschwiegenheit wird zur Gänze eingehalten.

Sofern Sie einen Punkt der angeführten Liste in die Praxis umsetzen möchten, zögern Sie nicht mit uns in Verbindung zu treten.

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