Wie Sie Ihren Übersetzungsprozess kostengünstiger gestalten können

Eric Jokiel

Eric Jokiel

11. 5. 2020

Unabhängig davon, welches Produkt Sie anbieten, ob Sie weltweit führend auf dem Gebiet der Automation sind oder ob Sie Ihr Produkt gezielt auf dem europäischen Markt vertreiben – sobald Sie eine Anleitung, ein Manual, eine Broschüre oder eine Website ins Ausland liefern, muss dieser Text übersetzt werden. Und das kostet Geld. Allerdings gibt es Mittel und Wege, Ihre Kosten nicht nur vor, sondern auch während der Übersetzung gering zu halten. 


 

Im zweiten Teil unserer Video-Serie „Insiders Guide to Using Language Services”  wollen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie Sie dies erreichen können. Nicht genug Zeit für ein 8 minütiges Video? Keine Sorge, im folgenden Text können Sie eine Zusammenfassung unseres Videos finden und vielleicht noch 1-2 Dinge lernen, mit denen Sie Ihrem Unternehmen Geld sparen können. 

Eine gute Vorbereitung

Beginnen wir mit all dem, was Sie bereits vor Erhalt eines Angebots tun können, um nicht nur den Zeit-, sondern auch den Kostenaufwand so gering wie möglich zu halten. Gezielt rede ich hier von a) dem Dateiformat und b) der reinen Wortanzahl. Zum Einen sollten Sie sichergehen, dass Sie Ihrer Agentur nur bearbeitbare Formate für die Angebotserstellung geben, da diese ohne Probleme in die jeweiligen CAT-Tools eingespielt werden können und Ihnen somit keine Kosten für eine grafische Vorbereitung berechnet werden.

Dasselbe gilt für Grafiken oder technische Zeichnungen, die mit nicht bearbeitbaren Textfeldern versehen sind. Je nach Aufwand müssten Sie hier mit mehreren Stunden zusätzlicher Arbeit rechnen, welche sich natürlich im Preis niederschlagen würde. 

Zum Anderen ist der Zeit- und  Arbeitsaufwand, der mit der Vorbereitung Ihres Dokumentes verbunden ist, oft unabhängig von der Größe Ihres Dokuments. Viele Linguisten verlangen aus diesem Grund und bis ein bestimmter Wert erreicht ist, eine Mindestpauschale.

Um zu vermeiden dass Sie mehrere Mindestpauschalen zahlen müssen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie wirklich nur ein einziges 100-Wörter-Dokument übersetzen lassen wollen, oder ob Sie nicht doch in absehbarer Zukunft einen weiteren Text benötigen. Selbst wenn Sie dann die Mindestpauschale nicht überschreiten, so bekommen Sie dennoch den doppelten Wert für denselben Preis. 

Ist es immer möglich, die beiden ersten Hinweise zu beachten? Meine Erfahrung sagt nein. Sobald es aber möglich ist, dann lohnt es sich definitiv nicht nur für diesen einen Auftrag, sondern auch auf lange Sicht. 

Ihr Translation Memory (TM)

Kommen wir zum letzten, meiner Ansicht nach jedoch wichtigsten Punkt: dem Translation Memory. Beginnen wir mit einem fiktiven Szenario, um Sie in die richtige Stimmung zu bringen. 

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen wird um ein Angebot für die Herstellung einer beliebigen Maschine gebeten.

Sie erstellen dem potentiellen Kunden ein Angebot und nennen einen Preis bei dem Ihre Materialkosten, der Zeit-und Arbeitsaufwand Ihrer Angestellten, die Planung und Ihr generelles Know-How einfließen. Sie arbeiten mit einer komfortablen, jedoch durchaus fairen Marge und sind generell zufrieden mit Ihrem Angebot.

Allerdings erhalten Sie den Zuschlag nicht, da Ihre Konkurrenz ca. um die Hälfte preiswerter ist. Was Sie nicht wussten, war, dass der potentielle Kunde der Konkurrenz das Material zur Verfügung gestellt hat und diese Kosten somit nicht in das Angebot eingeflossen sind. 

Ungefähr so können Sie sich ein Translation Memory vorstellen. Das TM enthält Bausteine für die Übersetzung Ihrer Texte. Einmal übersetzt, werden bestimmte Phrasen Ihres Textes in unsere CAT-Tools eingespeist und liegen für zukünftige Übersetzungen vor. Lassen Sie nun also einen weiteren Text übersetzen, so werden Phrasen, welche bereits übersetzt wurden, nicht mehr zum vollen Preis berechnet. Denn warum sollten Sie für bereits verrichtete Arbeit nochmal vollständig zur Kasse gebeten werden?

Je umfangreicher das TM, welches Ihrer Agentur vorliegt, umso preiswerter werden dementsprechend Ihre zukünftigen Übersetzungen. Wichtig hierbei ist, dass das TM – solange vertraglich nicht anders geregelt – nicht etwa der Agentur gehört, die es für Sie verwaltet, sondern Ihnen. 

Sollten Sie sich also in Zukunft nach einer anderen Agentur umsehen oder einfach nur Preise vergleichen wollen, so sollten Sie das TM jedem möglichen Kandidaten zur Verfügung stellen. Eine Agentur, die nicht über Ihr TM zur Erstellung eines Angebotes verfügt, kann selten eine Agentur mit Zugang zu Ihrem TM unterbieten, selbst wenn sie wesentlich bessere Wortpreise hat.

Für den Fall, dass eine Übergabe des TMs nicht möglich ist, lohnt sich ein Blick auf die eigentlichen Wortpreise, denn am Ende des Tages sollten Sie immer Äpfel mit Äpfeln vergleichen und Ihre Entscheidung nicht nur von den reinen Endpreisen abhängig machen.

Wenn Sie diesen und die vorherigen Hinweise in Ihren künftigen Auswahlprozess einfließen lassen, erleichtern Sie nicht nur Ihrer Übersetzungsagentur die Arbeit, sondern können langfristig auch merklich Ihre Kosten senken.

Sollten Sie an einer individuellen Beratung interessiert sein, so können Sie uns gerne unter  muenchen@zelenka-uebersetzungen.de kontaktieren.

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