Auf dem Weg zum modernen Übersetzer – Tipps für Berufsanfänger

Lukáš Matlak

Lukáš Matlak

10. 1. 2020

Jetzt wissen wir, wie die aktuelle Situation für Übersetzer aussieht. Lassen Sie uns nun einige Aspekte betrachten, die Ihnen wirklich dabei helfen können, in der Branche Fuß zu fassen.

Ich habe diesen Prozess selbst durchlaufen und habe im Folgenden eine Liste mit Stichpunkten zusammengestellt, die meiner Meinung nach von wesentlicher Bedeutung sind, wenn man eine Laufbahn als moderner Übersetzer starten möchte. Trotz der zahlreichen verfügbaren Technologien können Sie immer noch viele Dinge dafür tun, Ihren persönlichen Erfolg zu steigern.

1. WÄHREND DES STUDIUMS MIT DER ARBEIT BEGINNEN

In dieser Branche auf freiberuflicher Basis zu arbeiten bedeutet, nicht nur Übersetzer zu sein. Man ist zusätzlich auch der eigene Manager, Vertreter und meistens auch Buchalter. Auch Zeitmanagement und Sozialkompetenz sind unerlässlich. Da Sie all dies (und mehr) lernen müssen, kann es Ihnen einen starken Vorteil am Markt verschaffen, wenn Sie Ihre Laufbahn bereits während des Studiums beginnen. Außerdem kommt ein Nebenverdienst während des Studiums immer gelegen.

2. AM ANFANG VOR ALLEM „MINIJOBS“ ERWARTEN

Aller Anfang ist schwer. Machen Sie sich darauf gefasst und lassen Sie sich nicht davon entmutigen. Die ersten Aufträge, die Sie erhalten, sind wahrscheinlich furchtbar dringend, haben ein sehr geringes Volumen und hätten am besten schon gestern geliefert werden müssen. In diesen Situationen kommt es darauf an, dass Sie bereit sind. Wenn Sie Ihren Kunden in der Not helfen, kann das dazu beitragen, sich sehr schnell einen guten Ruf aufzubauen. Zwingen Sie sich aber auf der anderen Seite auch nicht dazu, Jobs anzunehmen, bei denen Sie kein gutes Gefühl haben. Das könnte Ihnen mehr schaden als nutzen.

3. MIT VERSCHIEDENEN CAT-TOOLS VERTRAUT MACHEN

CAT-Tools (Programme für computergestützte Übersetzung – Computer Aided Translation) sind unerlässlich – egal, ob Sie von der übersetzerischen Tätigkeit leben oder sich nur etwas dazuverdienen. Auch wenn heutzutage viele verschiedene Produkte verfügbar sind, tun sie im Wesentlichen alle genau das gleiche. Sobald Sie die Grundlagen verstanden und mit der Verwendung von einigen Tools vertraut sind, sollten Sie problemlos zwischen diesen wechseln können.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Sie Geld für verschiedene Produkte ausgeben sollen, die alle das gleiche tun. Jedes Produkt hat seine Stärken und Schwächen, seine eigenen Vor- und Nachteile. Diese spielen normalerweise eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine Lösung für ein bestimmtes Projekt zu finden. Aus der übersetzerischen Perspektive sind die Unterschiede normalerweise minimal.

4. KLEINE INVESTITIONEN TÄTIGEN

Die gute Neuigkeit zum Thema CAT-Tools ist: Wahrscheinlich müssen Sie keine großen Investitionen dafür tätigen. Die meisten Übersetzungsfirmen verfügen über Lizenzen, die Sie Ihnen zur Verfügung stellen können, um Ihnen die Arbeit an einem bestimmten Projekt zu ermöglichen. Dank der steigenden Beliebtheit von cloudbasierten Lösungen sind außerdem manchmal nur eine URL und ein Login von dem Unternehmen erforderlich, damit Sie loslegen können. Wenn dies keine Option ist, nutzen Sie die kostenlosen Testzeiträume, die für die meisten Produkte angeboten werden. So können Sie herausfinden, mit welchem Tool Sie am besten arbeiten können.

5. KEINE ANGST VOR POST EDITING

Post Editing wird seit geraumer Zeit als das Schreckgespenst aller Übersetzer dargestellt. Und ich kann das gut verstehen. Allerdings ist PE bereits Realität und keine Zukunftsvision. Es gehört bereits zu unserem Alltag und verändert unsere Arbeitsweise. Andererseits denke ich, dass die Ängste auf einen Mangel an Informationen und Ausbildung zurückgehen – sowohl seitens der Übersetzer als auch der Unternehmen.

Es gibt bereits zahlreiche Leitfäden zum Thema Post Editing, die unterschiedlich hilfreich sind. Bleiben Sie auf jeden Fall am Ball und Sie werden herausfinden, worauf es wirklich ankommt. Auch wenn die Maschine Ihnen nicht die perfekte Übersetzung liefert, kann sie Ihnen doch dabei helfen, den Ausgangstext schneller zu verstehen und bestimmte lexikalische Elemente abzurufen, nach denen Sie andernfalls vielleicht lange suchen oder über die Sie lange nachdenken müssten.

Die Aufgabe der maschinellen Übersetzung besteht meines Erachtens nicht darin, die Rolle des Menschen bei der Übersetzung zu ersetzen, sondern darin, ihm die Arbeit und das Leben zu erleichtern. Und neueste Entwicklungen und Verbesserungen auf diesem Gebiet führen nach und nach zu den gewünschten Ergebnissen.

Mit einer guten MÜ können Sie die Menge an verarbeitetem Text verdoppeln. Es gibt allerdings auch Einschränkungen: Für einige Textsorten ist MÜ nach wie vor ungeeignet. Während sie zum Beispiel die Geschwindigkeit und Effizienz bei der Übersetzung von juristischen oder technischen Texten stark erhöhen kann, wird sie möglicherweise mehr schaden als nutzen, wenn es um die Arbeit mit Marketingtexten und anderen Inhalten geht, bei denen es vor allem auf Kreativität ankommt. Unternehmen müssen immer noch viel dazulernen, wenn es darum geht, maximal von MÜ zu profitieren. Aber die Zeit wird ganz sicher kommen, zu der diese Technologie große Vorteile für alle Beteiligten bietet.

6. FEEDBACK KONSTRUKTIV NUTZEN

Sobald Sie auf dem Markt aktiv sind, eröffnen sich Ihnen endlose Möglichkeiten, um sich weiterzuentwickeln und neue Dinge zu lernen. Dies gilt nicht nur für die Texte, die Sie übersetzen, sondern auf für das Feedback von Ihren Auftraggebern. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine der wenigen Möglichkeiten, um die Qualität Ihrer Arbeit akkurat bewerten zu lassen. In diesem Sinne sollten Sie jedes Feedback respektvoll annehmen und auf selbstkritisch darüber nachdenken, wie Sie es nutzen können, um besser zu werden.

Auch wenn diese Liste nicht vollständig ist und es vielleicht sogar einige Ausnahmen gibt, glaube ich, dass die oben erwähnten Tipps für einen erfolgreichen Start als Übersetzer sehr nützlich sein können – vor allem dann, wenn Sie sie mit Leidenschaft umsetzen.

Mein abschließender Ratschlag für aufstrebende Kolleginnen und Kollegen lautet:

Der Unterschied zwischen einem „guten“ Produkt, das die standardmäßigen Voraussetzungen erfüllt, und einer perfekten Übersetzung liegt ausschließlich in den Details. In diesem Sinne:

ACHTEN SIE AUF DETAILS UND HEBEN SIE SICH DAMIT VON DER KONKURRENZ AB.

Dann sind Sie auf dem richtigen Weg, ein erfolgreicher moderner Übersetzer zu werden.

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